„Maria Himmelfahrt“ Sayn

Die Pfarrer von Sayn nach 1803
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Nach der Aufhebung der Abtei 1803 blieb der letzte Abt Bartholomäus Reinhard als Pfarrer in Sayn. Er war geboren 1750, wurde 1781 Prior in Sayn und 1794 Abt. Er resignierte 1818 und starb am 2. Mai 1819 in Sayn.

Gemäß den Bestimmungen eines Staatsvertrages zwischen Nassau und Preußen 1815 übernahm letzteres die Dotation der Pfarrei und erhielt zugleich das Präsentationsrecht, das heißt, dass die preußische Krone das Recht hatte, dem Bischof von Trier einen geeigneten Priester zur Besetzung der Pfarrei Sayn zu präsentieren, wogegen der Staat die Unterhaltspflicht übernahm. Die Rechte Preußens gingen nach dem zweiten Weltkrieg an das Land Rheinland-Pfalz über, das heute noch innerhalb der Diözese Trier nur in Sayn bei der Besetzung der Pfarrei mitwirkt. Das geschieht in der Weise, dass der Bischof der Landesregierung die beabsichtigte Ernennung eines Pfarrers mitteilt. Diese kann die Zustimmung nur aus schwerwiegenden Gründen verweigern.

Erster Patronatspfarrer wurde 1819 Martin Boos, geboren 1778 in Hüttenried/Oberbayern, Diözese Augsburg. 1817 wurde er von der preußischen Regierung als Religionslehrer an das Gymnasium in Düsseldorf berufen, 1819 Patronatspfarrer in Sayn, wo er am 29. August 1825 starb.

Ihm folgte 1825 Pfarrer Johann Adam Nußbaum, geboren 1778 in Marienhausen/Westerwald, geweiht 1801 in der Kapuzinerkirche in Ehrenbreitstein, dann Kaplan an Liebfrauen in Koblenz, 1826 Pfarrer in Niederberg und 1832 in Vallendar, wo er am 27. November 1852 starb.

1826 wurde Patronatspfarrer in Sayn Johann Engelbert Hoffmann, vorher Pfarrer in Fischbach. Er war geboren 1780 in Kirchen/Sieg und starb in Sayn am 4. Juli 1830.

1830 wurde die Patronatspfarrei Sayn dem Pfarrer von Halsenbach, Johann Georg Holsinger übertragen. Er war geboren in Vallendar 1800, wurde geweiht in Köln 1822, zum Landdechant ernannt 1862 und starb als Jubilarpriester in Sayn am 28. April 1880.

Als Kaplan stand ihm seit 1872 zur Seite Anton Müller, geb. 1848 in Güls. 1880 wurde er Pfarrverwalter und 1882 Patronatspfarrer in Sayn, wo er seine sämtlichen Priesterjahre verbrachte und am 22. Mai 1900 starb.

Sein Nachfolger wurde Jakob Napoleon Knopp, vorher Pfarrer in Heidweiler und Hambuch. Er war geboren 1848 in Treis/Mosel, mit seinem Vorgänger 1872 in Trier geweiht worden und starb am 22. Januar 1913 in Sayn.

Von 1913 bis 25. Mai 1920 war Patronatspfarrer in Sayn Friedrich Wessel, vorher Pfarrer in Veldenz. Er war geboren in Wittlich 1879, empfing die Priesterweihe 1902 in Trier und wurde 1920 Pfarrer an St. Nikolaus in Bad Kreuznach, wo er am 17. September 1942 starb.

Sein Nachfolger wurde Anton Nikolaus Ibald aus Hatzenport/Mosel, geboren 1881, in Trier zum Priester geweiht 1905, zunächst Pfarrer in Berglicht und 1920 Patronatspfarrer in Sayn. Seit 1938 war er Definitor, seit 1940 Dechant des Dekanates Vallendar und Geistlicher Rat. Er resignierte am 30. 4. 1961 und starb am 15. 8. 1968 in seiner Heimat Hatzenport.

Ihm folgte Pfarrer Wilhelm Roth, geboren 12.2.1912 in Horchheim bei Koblenz, vorher Kaplan  in Völklingen, Bad Neuenahr und Bundenbach. Er wurde Dechant des Dekanates Vallendar und übernahm 1971 die Pfarrstelle in Bickenbach/Hunsrück. Von 1976 an verbrachte er seinen Ruhestand in seinem Heimatort Koblenz-Horchheim, wo er 1984 verstarb.

Von 1970 bis 2004 war Willi Madauß in der Pfarrei Sayn zunächst als Kaplan und seit 1. März 1971 als Pfarrer tätig. Er wurde geboren in Essen/Ruhr am 17. 5. 1926, studierte in Benediktbeuern, Turin und Rom und wurde 1959 als Mitglied der Gesellschaft der Salesianer Don Boscos zum Priester geweiht. Er war zunächst am Provinzialat in Köln und seit 1968 im Knabenheim der Salesianer in Sayn tätig.
Sein Wirken wird für immer mit der Wiederherstellung der ehemaligen Abteikirche, der Sayner Pfarrkirche, verbunden bleiben. 1972 errichtete er an der Weiser Straße die der hl. Elisabeth von Thüringen geweihte Filialkirche, die 1999 durch Brandstiftung zerstört wurde. Seinem Wirken verdankt Sayn den Bau des Kindergartens St. Elisabeth am Langenmorgenpfad und die Errichtung des Kindergartens am Prälatengarten bei der Abteikirche (1998 bezogen, 1999 eingeweiht). 1985 gelang es ihm, das ehemalige Konventsgebäude, in dem fast 150 Jahre lang die Volksschule Sayn untergebracht war, für die Pfarrei zu erwerben und damit die erhalten gebliebenen Klostergebäude wieder in einer Hand zusammenzufassen. Er lebt jetzt im Ruhestand in seiner Heimatstadt Essen.

In der nun folgenden Vakanz wurden Gottesdienste und Pfarrgeschäfte von wechselnden Priestern und sogar zeitweilig von Dechant Eugen Vogt (neben seinen eigenen Dienstgeschäften im Dekanat) und vertretungsweise von Pfr. Frank Klupsch wahrgenommen.

Mit Dr. Joachim Hagel OPraem, von der Abtei Hamborn in Duisburg, zog 2004 zum ersten Male nach etwas mehr als 200 Jahren wieder ein Mitglied des Prämonstratenser Ordens in Sayn ein.Dr. Joachim Hagel blieb aber nur für etwa ein Jahr in Sayn und bereitet in dieser Zeit den Übergang und die Übernahme der Pfarrgeschäfte  für die Prämonstratenser vor.

Im Juli 2005 übernahm Pater Thomas Lüke OPraem, offiziell die Pfarrei als Pfarrer und führte sein Amt erfolgreich und mit bemerkenswert großer Akzeptanz in der Pfarrgemeinde bis zum Jahre 2012. Dann wurde Pater Thomas ab dem 1. September kurzfristig zur Bildung und Übernahme einer großen Pfarrei (früher St. Johann und St. Norbert) in Duisburg-Hamborn abberufen.Pater Thomas ist am 17.7.1948 in Dinslaken geboren. Er ist in Duisburg aufgewachsen und war mehrere Jahre Pfarrer der früheren Kirchengemeinde Liebfrauen in Duisburg-Bruckhausen.

2012 übernahm Pater Norbert Maliekal OPraem, zunächst die Pfarrei und arbeitet seit der offiziellen Zusammenlegung der Pfarreien Bendorf, Sayn, Mülhofen und Weitersburg mit der Umsetzung der Strukturreform des Bistums Trier von 2011 als Kooperator in der neu entstandenen Pfarreiengemeinschaft Bendorf. Pater Norbert Maliekal ist im April 1962 in Manimooly, Kerala in Indien geboren. Seinen Klostereintritt vollzog er 1979 beim Priorat der Prämonstratenser in Mananthavady in Kerala/Indien. 1982 wurde er dort eingekleidet und empfing 1990 die Diakon- und Priesterweihe. Von 2009 bis zu seinem Wechsel nach Sayn und Mülhofen war er in der Prämonstratenser Abtei in Duisburg-Hamborn aktiv als Kaplan und Pfarradministrator in der Propstei Gemeinde St. Johann im Bistum Essen.

Pfarrer Joachim Fey wurde am 1. Januar 2014 durch die schon erwähnte Strukturreform leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Bendorf. Er war zunächst Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft St. Medard Bendorf und St. Marien Weitersburg. Pfarrer Joachim Fey wurde im Jahre 1963 in Trier geboren und ist auch dort aufgewachsen. Nach seinem Studium in Trier und Paris wurde er 1989 in Trier zum Priester geweiht. Seine seelsorgerische Arbeit führte ihn von Neuwied über Boppard, Saarbrücken, Trier und Vettelschoß schließlich im Jahr 2009 nach Bendorf. Herr Pfarrer Fey ist ausgebildeter Geistlicher Begleiter und Exerzitienmeister, sowie Diplom Supervisor DGSv. (Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V.)


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