Weinprobe 2016

mit Theologe, Kultur- und Weinbotschafter Kalle Grundmann

Mit den Weinheiligen durch´s Winzerjahr

Unter diesem Motto veranstaltete der Förderkreis Abtei Sayn e.V. eine Weinprobe mit Kalle Grundmann, Theologe und Kultur-und Weinbotschafter aus Koblenz, am 9. Juni 2016, 19.00 Uhr im Pfarrheim der Pfarrgemeinde Maria Himmelfahrt in Sayn.

Vor voll besetztem Saal begrüßte die Geschäftsführerin des Förderkreises, Renate Holler, mit einem Glas Solter Brut  Spätburgunder Rosé Sekt die Mitglieder, Freunde und Förderer und nicht zuletzt Kalle Grundmann und wünschte viel Spaß und Freude beim Gang durchs Winzerjahr.

Bei einem 2015er Rosé Rossi des Weingutes Hofmann aus Appenheim erläuterte Kalle Grundmann was eigentlich ein Weinheiliger ist und seine Bedeutung für die Winzer und Landwirte. Warum Bauernregeln (fast) immer stimmen, erklärte er mit einer launigen Darstellung des Gregorianischen Kalenders und dessen Reichweite zur Zeit seiner Einführung.

Der Gang durchs Winzerjahr begann dann im Frühling mit einer 2014er Cuvée Blanc des Weingutes Closheim aus Langenlonsheim mit dem Spruch „Maria bindet Reben auf und nimmt noch leichten Frost in Kauf“. Der Tag „Maria Verkündigung“ stellte den Tag dar, an dem die Reben spätestens gebunden sein sollten, um bis zum heiligen Urban „das Wetter das St. Urban hat, auch in der Lese findet statt“ einen erfolgreichen Austrieb zu haben  Die Gebete zu St. Urban sollten also einen warmen  Frühling bringen und auch schon den Wunsch nach einer trockenen, warmen Lese beinhalten.

Im Sommer sollte St. Johannes der Täufer für „warmen Regen“ sorgen, der sich auch schon mal bis zum Hl. Petrus hinziehen darf, keinesfalls aber bis zur Hl. Margarete. Zum Spruch „Johanniblut tut immer gut, Petriblut tut auch noch gut, aber Margaretenblut tut selten gut“ wurde diese zeitliche Entwicklung der Reben bei einem 2014er Riesling a priori trocken des Bischöflichen Weingutes Rüdesheim gebührend besprochen. Auch der „Laurenz mit heißem Hauch, füllt dem Winzer Fass und Schlauch“ fand Beachtung, sollte er doch für den Hochsommer genügend Hitze zur Anreicherung der Trauben mit ausreichend Zucker sorgen.

Ein 2015er Riesling vom Roten Hang, „Jürgens Onkel“ , eine Spezialabfüllung des Weingutes Hofmann aus Appenheim für BendorfWein, deren Entstehung von Betty Enchelmaier-Tietz selbst erläutert wurde, läutete den spannenden Herbst der Winzer ein. „Wenn an Michael die Schlehen blauen, muss man nach den Trauben schauen“ war für Kalle Grundmann der Spruch, der für die Reifung der Trauben besondere Bedeutung hat. Sein zweiter Herbstspruch „Auf Martini schlacht man feiste Schwein  und wird der Most zu Wein“ zeigte die Bedeutung des Hl. Martin in der Geschichte der Landwirtschaft und des Weinbaues. Sankt Martin, als der Tag an dem in Naturalien oder Geld der Pachtzins zu bezahlen war, ist seit altersher damit zentraler Bestandteil der Verehrung durch Winzer und Landwirte, aber auch rauschender(berauschender) Feste.

„Bibe fortitudinem Sancti Stephani; bibe amorem Sancti Johanni“ war der einleitende Spruch von Kalle Grundmann zu den Weinheiligen St.Stephan und des Apostels Johannes im Winter des Winzerjahres. Die Tapferkeit des Stephan und die Liebe des Johannes sollen sich in der Arbeit des Winzers, aber auch im Genuß des Weintrinkers wiederfinden. Der 2014er Gewürztraminer Spätlese trocken des Weingutes Oberhofer aus Edesheim/Pfalz war hierzu der passende Begleiter. Mit dem Spruch „Lichtmeß vergeß, Krummes zur Hand, in den Wingert gerannt“ endete der Gang durch das Winzerjahr mit dem Hinweis auf den Rebschnitt im Januar/Februar.

Der Schatzmeister des Förderkreises Abtei Sayn, Jürgen Mosen, bedankte sich bei Kalle Grundmann für den wieder einmal  launigen Abend und nahm ihm das Versprechen ab im nächsten Jahr zum Thema Sankt Martin eine weitere Weinprobe mit dem Förderkreis zu gestalten. Er bedankte sich auch bei Frau Enchelmaier-Tietz und Herrn Bauer von BendorfWein für die vorzügliche Auswahl der Weine und die Unterstützung beim Ausschank.

Ein Glas 2012er Cabernet Sauvignon und Merlot vom Weingut Oberhofer aus Edesheim beendete die Weinprobe. Mit einem weiteren Dankeschön an alle Freunde und Förderer des Förderkreises, die zur Probe erschienen waren, begann dann bei einem Vesperteller des Lindenhofes Sayn die Besprechung des Abends zwischen allen Gästen und Mitwirkenden in „weinseliger“ Runde.


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