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15.08.2012

Auf den Spuren der Ahnen der Sayner Grafen

Ein voll besetzter Bus und angenehmes Sommerwetter: Das waren die besten Voraussetzungen für die Fahrt des Förderkreises in die Naheregion.
In Sponheim bei Bad Kreuznach erwartete die Reisegruppe ein historisch kundiger junger Mann, der uns um und durch die ehemalige Kirche des vor rund 900 Jahren gegründeten Benediktinerklosters führte. Die 1123 geweihte Klosterkirche ähnelt sehr dem ursprünglichen Zustand der Sayner Abteikirche. Durch Restaurierung wurde im Inneren die frühe Bemalung wiederhergestellt. Der Schmuckfußboden aus dem 12. Jahrhundert ist so gut und vollständig erhalten, dass es kaum etwas Vergleichbares gibt.
Das bedeutendste Mitglied des Benediktinerklosters war Johannes Trithemius (von Trittenheim an der Mosel). An den vielseitigen Gelehrten und Humanisten, der 1483, nur eineinhalb Jahre nach seinem Klostereintritt, als jüngstes Mitglied des Konvents zum Abt gewählt wurde, erinnert eine Gedenktafel an der Außenwand der Kirche. Jutta von Sponheim wird zusammen mit ihrer Schülerin, der berühmten Hildegard von Bingen, in einer Skulptur dargestellt. An Jutta erinnert auch eine Darstellung im Altar der Sayner Schlosskapelle.
Auch in Sponheim gibt es einen sehr rührigen Förderverein. Von seinen zahlreichen Arbeiten soll zumindest der vor einigen Jahren aufwändig restaurierte, 30 Meter tiefe Klosterbrunnen erwähnt werden. Die letzten Meter wurden von den Erbauern im Jahr 1126 mühsam aus dem Fels geschlagen.
Als 1246 Graf Heinrich III. von Sayn kinderlos starb, fiel ein Großteil seines Besitzes an den Sohn seiner Schwester, die mit einem Grafen von Sponheim verheiratet war. Der Erbe nannte sich Graf von Sayn und begründete die neue Sayner Linie. Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn sagte deshalb bei einer Tagung in Schloss Sayn: "Vor Ihnen steht ein Sponheimer".
Zum Mittagessen kehrte die Reisegruppe in einem im Nachbarort Burgsponheim gelegenen Weingut ein. Dann ging es zu einer Führung durch die Altstadt von Bad Kreuznach, deren Wahrzeichen die berühmten Brückenhäuser sind. Dietrich Schabow hatte schon im Bus auf das am Bad Kreuznacher Eiermarkt befindliche Michel-Mort-Denkmal hingewiesen.
Der bärenstarke Kriegsknecht Michel Mort rettete 1279 in der Schlacht von Sprendlingen seinem Herrn, den Grafen Johann von Sponheim, das Leben, wurde aber danach selbst getötet. Er wird noch heute als Kreuznacher Held verehrt. Eine Sage erzählt, Michel Mort sei zu einem Fest auf Burg Sayn gewesen. Zahlreiche vornehme Herren waren anwesend, und sein Herr wettete, dass Michel jeden der Ritter besiegen und ihn sogar kopfüber in einen Sack stecken könne. Michel gelang dies wirklich, und zum Lohn schenkte der Graf ihm, dem bis dahin Leibeigenen, die Freiheit.
Zum Abschluss der Fahrt fuhr die Reisegruppe zu einer Winzerwirtschaft nach Oberwesel-Dellhofen. Gut gelaunt und voll schöner Erinnerungen an diesen Tag erreichten wir mit dem von unserem Fahrer Valentin wie immer hervorragend gesteuerten Bus die Heimat. Wie schon in der Ausgabe dieser Zeitung vom 14. August veröffentlicht, findet der nächste Ausflug des Förderkreises am 12. September 2012 statt und führt ins Bergische Land, u.a. zur Abtei Altenberg und zur berühmten Müngstener Brücke. Anmeldungen nimmt Frau Elisabeth Bleidt (Tel. 02622-5988) gerne entgegen.


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