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21.09.2011

Fahrt nach Ediger-Eller und in die Eifel

Wahrlich kaiserlich empfangen wurde die Reisegruppe des Förderkreises in Ediger-Eller nach einer Fahrt durch das herrliche Moseltal. Denn unser Gästeführer Norbert Krötz, Ex-Bürgermeister dieses an historischen Gebäuden reichen Örtchens, begrüßte uns im Gewand Kaiser Karls IV., der 1363 Ediger die Stadtrechte verlieh und damit dessen wirtschaftliche Blüte im 15. und 16. Jhdt. einleitete.
Erster Höhepunkt war die Weiterfahrt in die Höhen über dem benachbarten Bremm, dessen weit über die Region bekannte Lage Calmont der steilste Weinberg Europas ist und durch den ein viel besuchter Klettersteig führt. Einzigartig der Blick über den Calmont und die tief im Tal an der Bremmer Moselschleife gelegene Klosterruine Stuben.
Zurück in Ediger, hatte ein "Knappe" Karls IV. am Brunnen vor der Tourist-Info eine "flüssige" Überraschung vorbereitet. So gestärkt ging es entlang des Moselufers zur 1666/67 errichteten Kapelle der "Muttergottes von Einsiedeln". Auf dem weiteren Weg durch die engen Gassen konnten immer wieder mit großer Liebe zum Detail restaurierte jahrhundertealte Fachwerkhäuser bewundert werden. Herr Krötz erklärte, dass es im Ort noch zahlreiche Häuser gibt, unter deren Putz sich Fachwerk verbirgt; die Gemeinde unterstützt die Eigentümer solcher Objekte bei der Freilegung mit einem beachtlich hohen Zuschuss.
Nach einer Kaffee- und Kuchenpause, während der ein Film über das Leben und Arbeiten der Winzer im Ediger der 50er Jahre gezeigt wurde, war die auf das 12. Jhdt. zurückgehende Pfarrkirche St. Hilarius das Ziel. Der mit zahlreichen Ornamenten verzierte und vor mehreren Jahren aufwändig sanierte gotische Schieferturm des Gotteshauses gilt als einer der schönsten weltweit. In unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche befindet sich ein ehemaliger Hof des Klosters Springiersbach, das der Förderkreis in 2009 besucht hatte. Vorbei an der aus dem 16. Jhdt. stammenden Fachwerkhäusergruppe "Auf der Scheer", einem Wahrzeichen des Ortes, begleitete uns Herr Krötz zu der in der Rathausstraße gelegenen Synagoge. Die Historie dieses Hauses ist durch zahlreiche bauliche Veränderungen gekennzeichnet. Durch verschiedene Funde alter Gebetbücher entstand in den 90er Jahren die Idee, das zwei privaten Eigentümern gehörende Objekt durch die Gemeinde zu erwerben, zu sanieren und zu einem "Haus der Psalmen" zu gestalten. Ein 1999 gegründeter Bürgerverein und zahlreiche Spenden, insbesondere von ehemaligen Einwohnern des Ortes, machten es möglich, das Vorhaben umzusetzen.
Bevor die Fahrt nach Schalkenmehren in der Vulkaneifel weiterging, gab es einen herzlichen Abschied von Herrn Krötz, der es hervorragend verstanden hatte, uns seine sehenswerte Heimat nahezubringen.
Vor dem kulinarischen Abschluss des Ausflugs in einem Landgasthof in Schalkenmehren war noch Gelegenheit zu einem kurzen Spaziergang an das gleichnamige Eifelmaar.


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