Vom Abt bekocht und von einer Kapellenbesitzerin geführt

Tagesfahrt  ins Saarland

Zur zweiten Tagesfahrt in diesem Jahr starteten am Mittwoch, dem 19. Juni 2017, wieder Mitglieder und Freunde des Förderkreises der Abtei Sayn. Bei schönstem Sommerwetter ging die Fahrt in Richtung Saarland mit dem Ziel Benediktinerabtei Tholey.

Tholey wurde im 7. Jahrhundert in einer Schenkungsurkunde an das Bistum Verdun erwähnt und gilt somit als eine der ältesten Gründungen klösterlicher Gemeinschaften im südwestdeutschen Raum. In einer Führung wurden Details über die Geschichte der Abtei und über den gotischen Kirchenbau St. Mauritius mit seiner markanten Turmhaube erklärt. Durch den Konvent, die Pfarrei und eine saarländische Industriellenfamilie als Sponsor, wird die gesamte Klosteranlage in einem mustergültigen und gepflegten Zustand erhalten. Die Möglichkeit nach dem Angelusläuten im Kapitelsaal am Mittagsgebet (Sext) der Mönche teilzunehmen, wurde von den Teilnehmern gerne angenommen. Danach ging es zum Mittagessen ins Gästehaus des Klosters. Das vom Benediktinerabt Mauritius Choriol zubereitete und servierte Gericht ließ sich niemand entgehen; schließlich war dieser vor seinem Mönchsleben Sternekoch in Luxemburg.

Nächstes Ziel war der hoch über Tholey und der Abtei gelegene Schaumberg. Mit knapp 570 Metern Höhe ist dieser zwar nicht der höchste aber der beliebteste Berg des Saarlandes. Ursprünglicher Standort einer Schutzburg für Tholey und seine Abtei, steht heute ein großer Aussichtsturm mit einer Dauerausstellung zur deutsch-französischen Freundschaft und einer Kriegergedenkstätte auf seiner Bergkuppe. Ein Teil der Reisegruppe ließ sich von der brennenden Sonne nicht aufhalten und fuhr mit dem Panoramaaufzug zur Aussichtsplattform. Belohnt wurden sie mit einer tollen Sicht über den Hunsrück und das Saarland bis zu den Kühltürmen des KKW Cattenom an der Mosel in Frankreich.

Am Nachmittag stand ein eher unbekannter Ort  auf dem Reiseplan: die „Statio Dominus Mundi“, ein auf einer Anhöhe thronender Sakral- und Kunstbau in der Nähe des Illinger Ortsteils Wustweiler. Die Privatkapelle wurde im Auftrag der Industriellenfamilie Meiser vom Münchener Architekten Alexander von Branca, auch Baumeister der Anbetungskirche in Schönstatt, entworfen. Sie dient neben dem gottesdienstlichen Zweck als musealer Aufbewahrungsort für die private Kunstsammlung der Familie. Die Besitzerin Frau Meiser führte die Reisegruppe durch das Gebäude und erläuterte die darin befindlichen Kunstgegenstände, die von alten Gemälden (u.a. von Lucas Cranach) bis zu liturgischen Geräten (Monstranzen und Kelche) und Messgewändern reichten. Alle Besucher verließen sehr beeindruckt und vom Glockengeläut der Kapelle begleitet, diesen Ort „zwischen Himmel und Erde“.

Das letzte Ziel am Reisetag diente der leiblichen Stärkung. So bildete das gemeinsame Abendessen in einem Restaurant in Mehring an der Mosel den Abschluss eines eindrucksvollen Tages. Fast planmäßig erreichte die Reisegesellschaft am Abend wieder das Sayner Schloss und die meisten Teilnehmer freuten sich bei der Verabschiedung schon auf die nächste Tagesfahrt mit dem Förderkreis.


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