18.Mai 2016

Weinstadt Oppenheim am Rhein

Die erste der in diesem Jahr geplanten Tagesfahrten des Förderkreises der Abtei Sayn
führte am Mittwoch, dem 18. Mai 2016 in die Weinstadt Oppenheim in Rheinhessen. Ein voll besetzter Reisebus startete bei gutem Wetter morgens am Sayner Schloss.

Nicht nur Reben und Wein zeichnen dieses Städtchen aus, sondern vor allen Dingen sind es die Zeugnisse von Religion, Kultur und Leben im Mittelalter. Und so war das erste Ziel die Katharinenkirche, das wohl bedeutendste gotische Kirchenbauwerk zwischen Köln und Straßburg. In zwei Gruppen wurde den Reiseteilnehmern die äußerst bewegte Geschichte dieser Kirche vermittelt. Die gotisch reich ausgestaltete Südseite des Bauwerks mit den alten erhaltenen Rosettenfenstern, der mächtige Vierungsturm und der gewaltige Westchor geben Zeugnis davon, wie reich die Stadt war. Seit 1556 dient das Gebäude evangelischen Christen als Gotteshaus.
Im Jahr 1689 erfolgte durch französische Truppen die Zerstörung der Stadt und mit ihr
brannte auch das alte Kirchengebäude aus. Mehr und mehr zur Ruine verfallen, konnte die dreischiffige Kirche im 19. Jahrhundert doch noch gerettet und renoviert werden und lädt heute zu Gottesdienst, Konzert und Besuch ein.
Der Renaissancebau des Rathauses bot den Reiseteilnehmern bei bedecktem, aber trockenem Wetter eine schöne Kulisse, um im Straßencafé oder Restaurant neue Kräfte für das weitere Programm am Nachmittag zu sammeln.

Bei der Stadtführung erfuhr eine Gruppe vieles über die Geschichte, die steinernen Zeugnisse und das oft beschwerliche Leben in der Stadt. Im Dreißigjährigen Krieg von spanischen und schwedischen Söldnern besetzt und ausgeraubt, später von französischen Truppen besetzt, wurde die Stadt im Jahr 1689 bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Mit gelben Schutzhelmen ausgerüstet ergründete die zweite Gruppe im Kellerlabyrinth die Stadtgeschichte von unten. Der Weg führte über einige hundert Meter und mehrfache Treppenab- und -aufgänge in die Oppenheimer Unterwelt. Kaum vorstellbar, dass im Mittelalter insgesamt ca. 40 km unterirdischer Gänge in 5 Ebenen angelegt wurden. Als Lager für Handelsware, zumeist aus dem Zoll- und Stapelrecht der Stadt, boten diese Gänge auch den Menschen dieser Zeit natürlichen Schutz gegen einfallende Söldnerhorden und Diebesbanden. Der Ursprung dieses Kellersystems birgt noch viele Fragen und das ganze Labyrinth war zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert fast völlig vergessen.

Mit diesen Eindrücken fuhr man am späten Nachmittag wieder Richtung Heimat. Eine kleine Abweichung von der Reiseroute entlang des Rheins führte zum Königsstuhl in Rhens.

Mit einem gemeinsamen Abendessen im "Alten Postfhof" in Spay wurde ein ereignisreicher Tag beschlossen und die Heimfahrt nach Bendorf und Sayn angetreten.


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