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„Neues von der Abtei Sayn"
am Mittwoch, dem 15. Juni 2016, 15 Uhr

Chronik des Verlaufs der Arbeiten an der Abteikirche
1.    Vorspann: Das „Neue", von dem heute die Rede sein wird, beschäftigt sich mit Altem
2.    2005 Pfarrhausspeicher: Balkendecke und Holzboden erneuert   
3.    2011 Stützmauer im Kreuzgangbereich    
       2015 Stützmauer am Simonsbrunnen (z.T. neu gebaut)   
4.    Die Arbeiten an der Kirche begannen mit der Untersuchung der
       Außenmalereien aus dem 13. Jahrhundert:
       Wände nicht mehr im Lot;
       2009 Feststellen der Gründe   
       Es dauerte lange, bis zur Restaurierung der Malereien
5.    2012 Kirchendach (1)   
       2010 Untersuchung der Balken   
       Wärmebehandlung gegen Käferbefall
       Maueranker gesetzt
6.    Kirchendach (2)
       2012 Holzwerk, Regenrinne und Dachdeckung erneuert   
7.    2012 Westfassade und Giebel erneuert   
       2012 Kreuz erneuert   
8.    Kirchturm
       2012 Dach erneuert   
       2013 Zifferblatt der Uhr neu, Uhr wieder intakt
9.    Außenwand = Nordwand) (1)
       Bauforscher eingesetzt:
       2012 neue Erkenntnisse durch Dendrochronologie:
       Beweis für Zentralbau im Jahre 1195  
       Anbau von drei Jochen ab dem Jahr 1255
       Chorbereich erbaut ab 1385
       „faule" Steine ersetzt, Hohlstellen ausgefüllt
10.  Außenwand = Nordwand (2)
       Putz erneuert
       2015 farbliche Fassung nach Originalbefunden   
       Restaurieren der Fenster und der dazugehörigen Windgitter (aus Bauzeit um 1260);
       2015 beim Untersuchen Reste der alten farblichen Fassung gefunden
11.  Außenwand = Nordwand (3)
       2015 neue Keramikmadonna nach restaurieren der Konsole und des Baldachins   
12.  Pfarrheim total saniert:   
       Einweihung 29. September 2013
       sanitäre Anlagen, Aufteilung der Räume (Nutzung für Vereine),
       Saal neu gestaltet, neue Küche, Außentoilette
13.  Simonschrein   
       2015/16 Schimmel an Reliquie und Holz entfernt
       schadhafte Teile des Reliquiars repariert und restauriert
       Einrichtung zur Regelung von Temperatur- und Luftfeuchtigkeit
14.  Friedhofskapelle   
       2015/16 umfassende Erneuerung und Bestandssicherung:
       Zerlegen aller Bestandteile, Ersetzen der schadhaften
       Holzteile unter Wahren der noch brauchbaren Teile
       Rückbau auf den ursprünglichen Zustand
       Erneuern der aus Bruchsteinen bestehenden Rückwand
       neues Kreuz aus Eiche
       (Einlagern der schadhaften Figuren der Kreuzigungsgruppe)
15.  Aufstellen der seit etwa 25 Jahren im Depot liegenden Grabsteine
       an den Außenwänden des Seitenschiffs und der Sakristei
       sowie an der Ostwand des Kreuzgangbereichs bzw. das Aufstellen
       des Grabsteins des ersten Abtes im Chorraum der Kirche

Dietrich Schabow

„Neues von der Abtei Sayn“:  Veranstaltung des Förderkreises anlässlich des Abschlusses der Renovierung und Restaurierung

Diesmal hatte der Förderkreis Abtei Sayn nicht zu einer Busfahrt zu auswärtigen Kulturstätten eingeladen, sondern  aus Anlass der Renovierung und Restaurierung  zu einem Treffen, bei dem vor Ort „Neues von der Abtei“ zu erfahren war.

Ein Vortrag mit Lichtbildern und Führungen mit Jürgen Mosen und Dietrich Schabow ließen die zahlreichen Besucher nacherleben, wie alles mit den Außenmalereien begann, die an manchen Stellen abblätterten. Bei genauerer Untersuchung vom Gerüst aus wurde festgestellt, dass die Nordwand der Kirche sich vorneigte. Die Gründe dafür konnten im Dachraum ausgemacht. Balken mussten erneuert und Maueranker gesetzt werden, die die Außenwände zusammenhalten und damit den Bau sichern. Die Deckunterlage und die Schieferdeckung des Kirchdaches und des Turms wurden erneuert. Der Westgiebel musste gesichert werden, weil zwischen einigen Tuffsteinen der Mauerbekrönung der Mörtel zerbröselt war. Alle Steine wurden abgenommen und in ein neues Bett aus Mörtel gelebt.

An der Außenwand waren viele Stellen schadhaft, hohle Stellen wurden entdeckt. Diese wurde mit flüssigem Beton gefüllt und schließlich die ganze Wand, wie es bis 1925 der Fall gewesen war, verputzt.  Dies ermöglichte, eine farbliche Fassung aufzutragen, die weitgehend dem Originalzustand in der Erbauungszeit entspricht. Die ebenfalls restaurierten Außenmalereien wirken nun besonders schön. Sie zählen wie der bunt gemalte Kreuzgang zu den besonderen Schätzen der Abteikirche. An der Nordwand musste vor etwa 40 Jahren eine aus Keramik bestehende Madonna (von 1737) abgenommen und zu ihrer Sicherung im Innenraum untergebracht werden. Eine moderne Madonna, ebenfalls aus Keramik, konnte mit Mitteln des  Förderkreises Abtei Sayn aus der profanierten Kreuzkirche in Ehrenbreitstein erworben und an der Stelle der alten angebracht werden. Nicht zu vergessen sei, dass die Fenster an der Nordwand renoviert wurden und dass die Kirchenuhr ein neues Zifferblatt erhielt. Der Verlauf dieser Arbeiten konnte im Vortrag nachvollzogen, ihre Ergebnisse in Führungen nacherlebt werden. Eine besondere Erfahrung vermittelte der Besuch in dem Raum unter dem Kirchendach und in der ehemaligen „Schatzkammer“ über der Sakramentskapelle des  Kirchenschiffes. Dort erlaubt eine Mauernische den Durchblick in die Kirche. Die Öffnung ist gerade so groß, dass der Simonschrein dort untergebracht werden konnte und vom Altarraum aus sichtbar war.

Die sehr baufällig gewordene kleine Kapelle auf dem Friedhof beschäftigte die Gremien der Pfarrei seit langem. Die dafür erforderlichen Mittel waren so hoch, dass die Pfarrei und der Förderkreis davon überfordert gewesen wären. Dann stellte sich heraus, dass die Kapelle – wie die Kirche – unter dem Patronat des Landes  Rheinland-Pfalz steht. Das Finanzministerium bestätigte dies und ermöglichte die inzwischen erfolgte Renovierung, die von einer Fachfirma in solch qualitätvoller Handarbeit durchgeführt wurde, dass die Besucher von einem Schmuckstück sprechen.

Die Veranstaltung schloss – wie beim Förderkreis üblich – mit einem gemeinsamen Abendessen, diesmal im ehemaligen Konventsgebäude, das nach der Auflösung der Abtei von 1824 bis 1980 Schulgebäude war. Eine Reihe von Gästen freute sich, nach vielen Jahren noch einmal in der „gruß‘ Schull“ zu sein, wo sie einige Jahre ihrer Schulzeit verbracht hatten.


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