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7.10.2015
Amorbach und Miltenberg

Die dritte und letzte Tagesfahrt des Förderkreises der Abtei Sayn in diesem Jahr führte nach Bayern. Das Ziel war die ehemalige Benediktinerabtei Amorbach in der äußersten nordwestlichen Ecke des Bundeslandes gelegen. Mit Sonnenaufgang kurz nach 7:30 Uhr begann die Reise am Sayner Schloss und ging nach einer kurzen Rast unterwegs direkt nach Amorbach, einem kleinen Ort im frühherbstlich anmutenden bayerischen Teil des Odenwaldes.
Die Geschichte der ehemaligen Reichsabtei reicht zurück bis ins 8. Jahrhundert. Gebäude und Bewohner waren im Laufe der Zeiten vielen Gefahren, Plünderungen und Herrschaftswechseln ausgesetzt, jedoch wurde die Abtei nie zerstört. Die Säkularisation brachte durch die Vertreibung der Mönche einen wesentlichen Umschwung. Ab 1803 wurde die Kirche als evangelische Hofkirche genutzt und ging 1806, wie das gesamte Kloster, in den Besitz des Fürsten zu Leiningen über. Heute finden dort die Gottesdienste der evangelischen Gemeinde Amorbach statt. Der prächtig ausgestattete Kirchenraum ist ansonsten nur bei Führungen zugänglich.
Der Rundgang durch Kirche und Kloster begann mit einer kleinen Orgelpräsentation. Eine Organistin erklärte den Reiseteilnehmern wichtige Details dieser Orgel, die, wie die Sayner Kirchenorgel, aus der Werkstatt der Gebrüder Stumm in Rhaunen-Sulzbach im Hunsrück stammt und zur Zeit der Entstehung ( 1774 – 1782 ) als eine der größten Kirchenorgeln galt. Der Klang einzelner Register und des Gesamtwerkes wurde anhand von entsprechenden Werken der Orgelliteratur fachkundig dargeboten. Durch persönliche Kontaktaufnahme der  zweiten Vorsitzenden des Förderkreises, Fürstin Gabriele, mit dem Fürstenhaus zu Leiningen, wurde das kleine Orgelkonzert ermöglicht. Musikalisch eingestimmt, begann danach die Führung durch die sehr schöne und sehenswerte Abteikirche. Die erst kürzlich abgeschlossene Renovierung des kompletten Kirchengebäudes zeigte den Glanz und die Prachtentfaltung der Kirche und des Benediktinerordens zur Barockzeit. Von bekannten Meistern angefertigte Deckenfresken, Altäre und Figuren weisen vom irdischen zum himmlischen Leben und zogen die Teilnehmer in ihren Bann. Weiter ging die Besichtigung durch die Konventsgebäude und in großen Filzpantoffeln in die Bibliothek des Klosters, in der heute die Bücher-Sammlungen der Fürsten zu Leiningen untergebracht sind. In den gut erhaltenen und renovierten Sälen, wie z.B. dem Grünen Saal und dem ehemaligen Refektorium, finden heutzutage Konzerte und private Veranstaltungen in stilvollem Rahmen statt.
Mittags führte die Busreise weiter ins nahegelegene Miltenberg am Main. Nach individueller Stärkung der Lebensgeister in einem der örtlichen Restaurants und Cafes, dazu gehörte auch das älteste deutsche Gasthaus „Zum Riesen“, konnten hier die wunderschönen alten Fachwerkhäuser bewundert werden. Diese Zeugnisse des Handels, des Handwerks und des Lebens im späten Mittelalter ließen erahnen, welches rege Treiben hier einst geherrscht haben musste.
Rechtzeitig wurde die Rückfahrt angetreten und der Tag – „nach alter Väter Sitte“ – in einem gemütlichen Restaurant im Westerwälder Eisenbachtal bei gutem Essen und Trinken abgeschlossen. Mit Spannung werden die Ziele des Förderkreises im kommenden Jahr erwartet.


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