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Abtei Knechtsteden - Zons

04.06.2014

Auf den Spuren der Prämonstratenser in Knechtsteden

Mitglieder, Freunde und Gäste des Förderkreises der Abtei Sayn machten sich am
4. Juni 2014 zur zweiten Tagesfahrt in diesem Jahr mit dem Bus auf den Weg,
um wieder Geschichte in der weiteren Umgebung von Sayn zu erfahren.
Diesmal stand die ehemalige Prämonstratenserabtei Knechtsteden und die Stadt Zons,
die heute Ortsteil der Stadt Dormagen im Rhein-Kreis Neuss ist, auf dem Programm.
Über die Eifel und an Köln vorbei war das erste Ziel Kechtsteden.
Durch das barocke Torhaus des Klosters grüßte die altehrwürdige Abteikirche die
Besucher.  Aus Mayener Basaltlava und Trachyt vom Drachenfels erbaut ( 1138 / 1181 )
zeugt die fachgerecht renovierte Klosterkirche von einer großen und langen Geschichte der Prämonstratenser.
Bei einer sachkundigen und launigen Führung durch den Ordensoberen der Spiritaner, die diese Klosteranlage seit 1896 nach einem verheerende Brand wieder aufgebaut haben und noch heute bewirtschaften, konnten immer wieder Parallelen und Verbindungen zur Abtei Sayn hergestellt werden.
Einzelne Wirtschaftsgebäude dienen heute als Museum ( zB Schlosserei und Schmiede ) und werden von ehrenamtlichen „Samstagsmännern“ als Werkstätten genutzt. Die mitgereisten „Donnerstagsmänner“ aus Sayn gerieten ins Schwärmen. Ein rekonstruierter Kräutergarten, der natürlich in jedes mittelalterliche Kloster gehört, weckte entsprechendes Interesse bei den Freizeitgärtnern.
In der Bibliothek konnten Folianten aus den vergangenen Jahrhunderten bewundert werden,
auch hier wieder Erwähnung und Hinweise auf geschichtliche Ereignisse der Abtei Sayn.
Durch den Kreuzgang, mit einem Abstecher in die Sakristei, wurde das Innere der
eindrucksvollen dreischiffigen Basilika erreicht. 
Der Ostchor, der früher den Mönchen vorbehalten war, ist ähnlich wie in Sayn, in gotischem Baustil an das romanische Kirchenschiff angepasst. Im Apsisgewölbe des romanischen Westchores, der im Original erhalten ist, erinnert das Fresko einer Christusfigur an Darstellungen aus der byzantinischen Kunst.
Als Zeugnis der rheinischen Spätgotik gilt die in der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts angefertigte Pieta mit kaiserlichem Gewand, die eher einer etwas grobschlächtigen niederrheinischen Bauersfrau gleicht und nicht unbedingt den üblichen Vorstellungen einer graziösen Madonna entspricht.
Nach einer sehr ausführlichen Klosterführung wurde auch die zugehörige Klostergaststätte
„besichtigt“ und dem leiblichen Wohl genüge getan.
Stadt Zons, das nächste Tagesziel am frühen Nachmittag war schnell erreicht und zwei Fremdenführer standen bereit.  Auch hier gab es interessante Fakten aus der Geschichte. Zuerst Fronhof der Kölner Erzbischöfe wurde Mitte des 13. Jahrhunderts die Stadt als „castrum“ angelegt. Die Verlegung des Rheinzolls von Neuss nach Zons machte aus Zons über Jahrhunderte eine blühende mittelalterliche Festungsstadt.
Burg Friedestrom, Juddeturm (benannt nach der Kölner Familie Judde), Mühlenturm mit Museum und Schweinebrunnen waren Ziele, die trotz einsetzenden leichten Regens, das Interesse der Teilnehmer weckte.
Weiter ging die Fahrt zum letzten Ziel: Linz am Rhein. Mit dem Abendessen fand hier der Ausklang eines schönen Tages statt.


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