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16.06.2011

Fahrt nach Steinfurth und Bad Nauheim

Steinfurth, Stadtteil der Heilbad- und Kneipp-Kurstadt Bad Nauheim im Taunus, war am 16. Juni erstes Ziel der Tagesfahrt von 45 Mitgliedern des Förderkreises. Schon weit vor dem Ort werden Besucher links und rechts der Straße von üppig blühenden Rosen begrüßt. Das weit über die Grenzen hinaus bekannte Rosendorf macht seinem Ruf alle Ehre, begegnet man doch auf Schritt und Tritt der zu dieser Jahreszeit in voller Blüte stehenden königlichen Blume.
Von den noch vor wenigen Jahrzehnten vorhandenen etwa zweihundert Rosenbetrieben sind nur noch vier größere Anbieter verblieben und dennoch ist das Angebot durch viele Neuzüchtungen heute umfangreicher denn je. Der älteste existierende Betrieb wurde 1868 vom Urgroßvater des heutigen Inhabers gegründet. Dessen Gartenanlage mit überwiegend historischen Rosenarten sowie ein moderner Betrieb, der sich auf Neuzüchtungen spezialisiert hat, konnten von den Fahrtteilnehmern besichtigt werden. Die enorme Vielfalt der Rosensorten, die unbeschreibliche Farbenpracht und der teilweise betörende Duft waren ein nachhaltiges Erlebnis. Abgerundet wurde der Besuch durch einen Vortrag, bei dem man für die Rosen im eigenen Garten manche wichtige Information erhielt.
Nur kurz war die Weiterfahrt ins Zentrum von Bad Nauheim. Hier war die zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Jugendstil mit sieben Häusern von dem Architekten Wilhelm Jost errichtete großzügige Badeanlage unser Ziel. In ihrer Komplexität und Geschlossenheit gilt die Anlage als die schönste und größte in Europa, auch wenn sie heute nur noch teilweise genutzt wird.
Im Badehaus 4 konnten sich die Fahrtteilnehmer im wunderschönen Ambiente des darin befindlichen Jugendstil-Cafés mit Kaffee und leckerem Kuchen stärken, bevor eine über zweistündige Führung durch die auch "Sprudelhof" genannte Anlage startete.
Der Kurbetrieb geht auf den 1846 gefundenen "Großen Sprudel" zurück, in dessen Thermalsole die heilsame Wirkung der darin natürlich vorkommenden Kohlensäure entdeckt wurde. Jahrzehnte lang kamen in der Folge zahlreiche prominente Kurgäste nach Bad Nauheim, u.a. Kaiserin Sissi, Richard Strauss, Alfred Krupp, Erich Kästner und Albert Einstein. Im Verlauf der Führung konnten die noch gut erhaltenen Badezellen mit hölzernen Wannen besichtigt werden und man erfuhr viele Details über den Ablauf des Badebetriebes. Für die russische Zarenfamilie, die sich 1910 im Taunus aufhielt, wurde eigens ein Zarenbad mit Marmorwanne und zahlreichen baulichen Besonderheiten eingerichtet. Überstrahlt wurde alles aber immer wieder durch die beeindruckende Jugendstil-Ornamentik der Brunnen, Figuren und Dekore in den Schmuckhöfen und Warteräumen der Badehäuser, die sich auf das Wasser als Gesundheit spendende Kraft beziehen.
Seinen kulinarischen Abschluss fand der Ausflug in einem Restaurant im romantischen Eisenbachtal nahe Montabaur, bevor die Reisegruppe nach einem erlebnisreichen Tag wohlbehalten nach Sayn zurückkehrte.


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