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21.04.2010

Besuch der Abtei Brauweiler in Pulheim

Vierzig Mitglieder und Freunde des Förderkreises Abtei Sayn machten sich voller Erwartung am 21. April auf den Weg nach Pulheim bei Köln. Stand doch der Besuch der auf das Jahr 1024 zurückgehenden ehemaligen Benediktinerabtei Brauweiler auf dem Programm. Im Mittelalter war es für den reichen Adel üblich, Klöster und Kirchen bauen zu lassen, um zwischen Kirche und den Angehörigen des Geschlechts einen lebendigen Zusammenhang herzustellen. Stifter des Klosters waren Pfalzgraf Ezzo und seine Frau Mathilde, eine Tochter der berühmten byzantinischen Kaiserin Theophano.
Die sich in einem hervorragenden baulichen Zustand befindliche imposante Anlage liegt in einem von Mauern umschlossenen herrlichen Landschaftspark. Sie umfasst neben der imposanten ehemaligen Abtei- und heutigen Pfarrkirche St. Nikolaus und St. Medardus mehrere im Zeitraum 1780 bis 1785 errichtete Konventsbauten, die einen schlossähnlichen Charakter aufweisen. Im Innenhof des Klosters schließen sich an der Ost- und Südseite zwei sehenswerte Kreuzgangflügel an. Mit der Säkularisation in 1802 endete die Nutzung der Gebäude als Kloster und es begann deren Verwendung für die verschiedensten sozialen Zwecke bis hin zu einem Gefängnis der Kölner Gestapo. Konrad Adenauer war hier in 1944 für zwei Monate inhaftiert. Zwischen 1954 und 1978 wurden psychisch kranke, alkohol- und drogenabhängige Menschen in Brauweiler behandelt.
Nach einer umfangreichen Sanierung seit 1980 sind heute zwei Kulturdienststellen und das Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland in den Gebäuden untergebracht. Der Leiter dieser Einrichtungen und Landeskonservator, Herr Professor Dr. Udo Mainzer, führte die Besuchergruppe durch die Räumlichkeiten. Die spürbare Kompetenz und insbesondere die von allen Teilnehmern als sehr lebendig und humorvoll erlebten Ausführungen von Herrn Professor Mainzer ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Statt der geplanten 90 Minuten waren am Ende über zwei Stunden, vollgepackt mit historischen Informationen und zahlreichen Episoden, vergangen. Dank gilt Herrn Dr. Giebeler, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Sayner Hütte, der aufgrund seiner früheren Tätigkeit den Kontakt zu Herrn Professor Mainzer hergestellt hatte.
Zweites Ziel des Ausflugs war die ehemalige Bundeshaupt- und heutige UNO-Stadt Bonn. Die Reiseteilnehmer konnten sich auf eigene Faust die schönen Plätze im Zentrum, das bekannte Münster oder den Hofgarten an der Friedrich-Wilhelm-Universität ansehen. Angesagt waren aber auch ein Geschäftebummel oder der Besuch eines Cafés.
Den Abschluss der Fahrt bildete wie gewohnt die Einkehr in ein gemütliches Speiselokal. Während des Essens wurde eifrig die Gelegenheit genutzt, das Erlebte nochmals Revue passieren zu lassen.
Am 10. Juni führt eine Ganztagesfahrt in die Eifel zum Kloster Steinfeld und zum Landschaftsmuseum Kommern. Nähere Informationen dazu wird es wieder rechtzeitig in dieser Zeitung geben. Anmeldungen nimmt schon jetzt Frau Elsbeth Bleidt unter Telefon 02622-5988 entgegen.


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