Das Grabmal des Friedrich von Stein und seiner Frau Fye Voß von Diebach

An der Südwand des zweiten Langhausjoches befindet
sich das Grabdenkmal Friedrichs von Stein und seiner Frau Fye (Sophie) Voß von Diebach aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Seine Restaurierung war die erste Aufgabe, die sich der Förderkreis Abtei Sayn 1981 stellte.
Im Untersuchungsbericht der Restauratorin hieß es dazu: „Das aus einem feinkörnigen, hellgelben Sandstein geschlagene Grabmal des Ehepaares von Stein ist mit einem dichten Ölanstrich versehen, der unbedingt entfernt werden muss, da der Stein unter dem luftdichten Anstrich bereits eine angegriffene Oberfläche zeigt“. Nach Entfernen von sieben Farbschichten konnte der Originale Farbbefund gehärtet und somit gesichert werden. Die Konservatorin befand, dass außer geringfügigen Ergänzungen der Gesichtszüge und der Kleidung keine Eingriffe notwendig und sinnvoll seien. So wurde ausdrücklich von einer Neufassung des Grabmals abgesehen. 

Das Ehepaar wird in betender Haltung dargestellt, Friedrich von Stein als Ritter, zwar ohne Kopfbedeckung, aber mit einem Kettenhemd, das nach der Entfernung der Übermalung wieder in seinen Details sichtbar ist. Die Frau trägt reichen Kopfputz, ihr in Falten gelegter Mantel schließt oben mit einer Halskrause ab. Die Gesichtszüge der beiden Personen sind individuell, lebendig herausgearbeitet, so als seien Porträthaftigkeit und Lebensnähe beabsichtigt.

Die Steins waren Burgmannen der Sayner Grafen, zu
denen sie so im Lehensverhältnis standen wie in Nassau
zu den dortigen Grafen. Fyes Vater war Burgmann in
Sayn gewesen, und die Tochter hatte nach seinem Tode 1389 alle Lehensgüter von ihm geerbt. Davon war vor
allem das Burghaus von Bedeutung, das später „das Kaff“ genannt wurde und den Aufgang zur Burg Sayn schützte. Noch heute finden wir dort wie an dem Grabmal das Stein’sche Wappen mit der Rose. Das Burghaus überstand die Zerstörung der Hauptburg während des Dreißigjährigen Krieges und war noch im 19. Jahrhundert bewohnt. Bis 1802 blieb es im Besitz des berühmtesten Mitgliedes der Familie, des preußischen Staatsmannes Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein. An die Familie erinnert auch das Grabmal des Ritters Dederich von Stein (+1534), das zurzeit noch auf seine Wiederaufstellung im Innenhof der Abtei wartet.


Vergl. Dietrich Schabow: Sayner Burgmannen.
In: Sayn – Ort und Fürstenhaus, hrsg. von Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, Bendorf-Sayn 1979, S. 100ff.


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